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Nein zur Jugendförderung?


Autor: Junge SVP Stadt Bern
Datum: 30.11.2007


In der nächsten Woche trifft sich das neu gewählte Parlament zur ersten gemeinsamen Session der Eidgenössischen Räte. Nebst zahlreichen medienwirksamen Entscheidungen steht eine Vorlage zur Diskussion, welche trotz ihrer Wichtigkeit kaum Beachtung gefunden hat. Es handelt sich dabei um die Erhöhung der der Sportsubventionen im Rahmen von Jugend + Sport.

Bisher
Der Bund überweist dem BASPO zur Unterstützung der Nachwuchsförderung jährlich einen finanziellen Zuschuss von 60 Millionen. Dieser Betrag wird in folgende Dienstleistungen investiert:

  • J+S Kursangebot für Jugendliche zwischen 10 bis 20 Jahren und Betreuung in rund 80 Sportarten
  • J+S Leiterinnen- und Leiterausbildung zur fachgerechten Betreuung von Jugendlichen
  • Finanzierung der Lehrmittel für die Aus- und Weiterbildung der J+S Leiterinnen und Leiter

Folgende Zahlen belegen die Berechtigung dieser Subvention:

  • Jährlich nützen mehr als 500'000 Jugendliche das Angebot von J+S.
  • Jährlich engagieren sich rund 60'000 Leiterinnen und Leiter in der Aus- und Weiterbildung

Neu
Im Rahmen der im nächsten Jahr stattfindenden Europameisterschaft im Fussball in der Schweiz und Österreich lancierte das BASPO ein neues Projekt zur Früherfassung von Kindern im Schulalter, um deren sportliche Betätigung zu fördern.

Folgende Eckpfeiler umfasst dieses Projekt J + S Kids:

  • Schaffung eines J+S Angebotes für 5 – 10-jährige im Rahmen des Schulsportes.
  • Durch zusätzlich stattfindende Sportstunden sollen die koordinativen Fähigkeiten der Kinder geschult werden.
  • Durch das Erlebnis von zahlreichen Sportarten soll der Sportartenpluralismus die Monotonie des Vereinslebens ergänzen und den sportlichen Horizont erweitern.

Aufgrund der grossen Nachfrage sowie der positiven Ergebnisse hat sich das BASPO entschlossen, dieses Projekt auch nach der Euro weiterzuführen. Um jedoch die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, benötigt das Bundesamt für Sport zusätzliche 20 Millionen des Bundes.

Obwohl uns die Staatsfinanzen sehr am Herzen liegen und daher jegliche Erhöhung der Ausgaben einer eingehenden Prüfung unterliegen muss, stellt sich die JSVP der Stadt Bern unter Einhaltung gewisser Auflagen hinter diese veranschlagte Erhöhung von 20 zusätzlichen Millionen. Wir erachten das Angebot des BASPO als unerlässlichen Anteil an der Förderung und Erziehung von Jugendlichen. Durch das vielfältige Sportangebot werden die Jugendlichen von der Strasse und ihren Versuchungen ferngehalten. In den einzelnen Sportarten lernen die Jugendlichen Werte wie Teamspirit, Loyalität und die Fokussierung auf gesetzte Ziele, um nur einige wenige davon zu nennen. Durch die Förderung der Beweglichkeit wird auch das Problem des vermehrt auftretenden Übergewichtes bei Jugendlichen angesprochen. Durch die Ausweitung des Angebotes werden die Jugendlichen bereits in einer frühen Altersstufe von sportlicher Betätigung erfasst und koordinativ gefördert. Durch das behutsame Aufzeigen der verschiedenen sportlichen Möglichkeiten werden die Jugendlichen an die unterschiedlichen Sportarten herangeführt, wobei dadurch die Verbundenheit nach einem später getroffenen Entscheid erhöht wird.

ABER!
Trotz aller positiven Aspekte gibt es auch im Bereich der Jugendförderung durch das BASPO einige Schnittstellen, welche einer dringenden Verbesserung bedürfen:

  1. Ausbau und Umsetzung der Präventionsbemühungen, insbesondere im Bereich Gewalt.
  1. Aufbau einer, möglicherweise externen, Kontrollstelle zur effizienten und flächendeckenden Kontrolle der Vereine und Organisationen.

Noch können die finanziellen Zuschüsse bei der Verteilung der J+S Gelder zu leicht durch die Vereine erschlichen werden. Das Vorlegen einer Jahresplanung, einer Anwesenheitskontrolle sowie des Trainingshandbuches wird nur stichprobenweise kontrolliert und genügt daher bei der Verteilung von Steuergeldern nicht. Vereine, welche sich auf unfaire Art und Weise an diesen Subventionen bereichern, müssen bestraft werden, da es sich in diesen Fällen um Betrug am Steuerzahler handelt. Dabei liegen uns einige solcher Beispiele namhaft vor.

  1. Aufbau eines lokalen Netzes durch Einsatz eines Sportkoordinators in jeder Gemeinde.

Durch die Erfüllung dieser Auflagen werden die gesprochenen Gelder sinnvoll verteilt und gereichen denjenigen Organisationen zum Nutzen, welche Ihre administrative und sportliche Arbeit im Sinne der Richtlinien des BASPO erfüllen. Sportliche Fairness, gegenseitiger Respekt und Vertrauen sind zugegebenermassen wichtige Werte im sportlichen Umgang, doch sind wir der Ansicht, dass eine wirksame Kontrolle zur Verteilung der gesprochenen Gelder diese Werte ergänzen muss.

Die JSVP der Stadt Bern behält sich in Zusammenarbeit mit der Bildungskommission der JSVP des Kantons Bern vor, Missstände innerhalb der Verteilung der Gelder zu erarbeiten, zu erforschen und zu publizieren.

Reto Kropf, Präsident JSVP der Stadt Bern, 076 577 27 14


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