Die Jungfreisinnigen der Stadt Bern, die Junge SVP
und die Junge CVP fordern den Berner Gemeinderat auf, eine Heimstätte für
Drogenabhängige zu schaffen. Finanziert werden soll sie durch Kürzungen bei der
Kultur.
Mit der Heimstätte gehe es darum, Drogenabhängigen
ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, sagten Vertreter der
drei Jungparteien am Montag an einer Medienkonferenz in Bern. Die
Heimstätte würde nach der Vorstellung der Jungpolitiker 40 Plätze
anbieten und wäre eventuell 24 Stunden am Tag offen. Laut Reto Kropf von
der Jung-SVP ist es für die Jungbürgerlichen vorstellbar, dass in der
Heimstätte unter Aufsicht Drogen abgegeben würden. Dann nämlich, wenn sie
in die bestehende Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse integriert
würde. Wichtig sei, dass Drogenabhängige einen geregelten Tagesablauf
hätten.
Die Betriebskosten der Heimstätte schätzen die
Jungfreisinnigen, Jung-Volksparteiler und Jung-CVP-Mitglieder auf 1,8
Mio. Franken. Davon seien rund 800'000 Franken abzuziehen, weil bei
der Sozialhilfe Einsparungen resultierten.
Mit einer Kürzung der Kultursubvention um drei
Prozent könnte die Million, welche der Betrieb der Heimstätte pro Jahr
kosten würde, finanziert werden, erklärten die Jungparteivertreter. Die
Kulturbetriebe müssten ihre Preise halt leicht erhöhen.
Sven Baumann, Generalsekretär der Direktion für
Bildung, Soziales und Sport, reagierte auf Anfrage «positiv überrascht»
auf den Vorstoss der Jungbürgerlichen. Gerade von der SVP seien
sonst andere Töne zu hören.
Es gebe bereits ähnliche Angebote in Bern, aber
kleinere. Neu wäre also die Konzentration an einem Ort. Die grössten
Hürden für ein solches Projekt sieht Baumann bei den Kosten und beim
Standort. Es sei wohl fast unmöglich, ein Haus für die Aufnahme von
40 Drogenkranken zu finden.
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