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Junge fordern Heim für Drögeler statt Kultur


Autor: Schweizerische Depeschenagentur SDA
Datum: 19.11.2007


Die Jungfreisinnigen der Stadt Bern, die Junge SVP und die Junge CVP fordern den Berner Gemeinderat auf, eine Heimstätte für Drogenabhängige zu schaffen. Finanziert werden soll sie durch Kürzungen bei der Kultur.

Mit der Heimstätte gehe es darum, Drogenabhängigen ein  menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, sagten Vertreter der drei  Jungparteien am Montag an einer Medienkonferenz in Bern. Die  Heimstätte würde nach der Vorstellung der Jungpolitiker 40 Plätze  anbieten und wäre eventuell 24 Stunden am Tag offen. Laut Reto Kropf von der Jung-SVP ist es für die Jungbürgerlichen  vorstellbar, dass in der Heimstätte unter Aufsicht Drogen abgegeben  würden. Dann nämlich, wenn sie in die bestehende Drogenanlaufstelle  an der Hodlerstrasse integriert würde. Wichtig sei, dass  Drogenabhängige einen geregelten Tagesablauf hätten.

Die Betriebskosten der Heimstätte schätzen die Jungfreisinnigen,  Jung-Volksparteiler und Jung-CVP-Mitglieder auf 1,8 Mio. Franken.  Davon seien rund 800'000 Franken abzuziehen, weil bei der  Sozialhilfe Einsparungen resultierten. 

Mit einer Kürzung der Kultursubvention um drei Prozent könnte  die Million, welche der Betrieb der Heimstätte pro Jahr kosten  würde, finanziert werden, erklärten die Jungparteivertreter. Die  Kulturbetriebe müssten ihre Preise halt leicht erhöhen. 

Sven Baumann, Generalsekretär der Direktion für Bildung,  Soziales und Sport, reagierte auf Anfrage «positiv überrascht» auf  den Vorstoss der Jungbürgerlichen. Gerade von der SVP seien sonst  andere Töne zu hören. 

Es gebe bereits ähnliche Angebote in Bern, aber kleinere. Neu  wäre also die Konzentration an einem Ort. Die grössten Hürden für  ein solches Projekt sieht Baumann bei den Kosten und beim Standort.  Es sei wohl fast unmöglich, ein Haus für die Aufnahme von 40  Drogenkranken zu finden.


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