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Reaktion zu der Schlagzeile: Immer mehr Gemeinden im
Kanton Bern führen Ausgangssperren für Jugendliche ein.
Seit geraumer Zeit beherrschen Gewalttaten
zwischen Jugendlichen die Schlagzeilen unserer Medienlandschaft. Es vergeht
kaum ein Tag, ohne, dass wir mit weiteren Sachverhalten zu diesem Thema
konfrontiert werden. Erschreckend ist dabei die Tendenz festzustellen, dass
Täterinnen und Täter sowie Opfer schon längst keine untere Altersgrenze mehr aufweisen.
Die Öffentlichkeit reagiert darauf mit der
Forderung nach konkreten Lösungsvorschlägen. Dies geschieht auf zwei Wegen: der
Prävention sowie der Repression. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten denkbar,
die in Addition wohl zur Linderung der vorliegenden Problemstellung beitragen
können.
Als Präsident der JSVP der Stadt Bern sehe
ich dabei in einer Ausgangsbeschränkung für Jugendliche in der Stadt Bern ein
probates Mittel zur Eindämmung von Jugendgewalt. Dabei liegt es mir jedoch am
Herzen, begrifflich nicht von einer Sperre sondern von einer Beschränkung des
Ausgangs während der Woche zu sprechen. Die genannte Möglichkeit der
Ausgangsbeschränkung wirkt nicht nur präventiv sondern auch in repressiver Art
und Weise, kann sie doch jederzeit gelockert oder aufgehoben werden.
Auch eine mögliche Ausgangsbeschränkung für
schulpflichtige Jugendliche wird nicht der Weisheit letzter Schluss für die
herrschende Problemstellung sein. Die Gegner einer solchen Lösung führen dabei
das Argument ein, dass durch diese Massnahme der Staat in den
Verantwortungsbereich der Eltern eingreift. Eine Kernaufgabe des Staates
besteht im Schutz von speziellen Gruppen unserer Gesellschaft. Dabei ist es
unstreitig, dass Kinder und Jugendliche als eine solche schützenswerte Gruppe
verstanden werden.
Ich stimme vollständig damit überein, dass
wir versuchen müssen, die bestehenden Problemzonen kontinuierlich zu
verringern. Dies geht über die strikte Kontrolle der Verkaufs von Alkohol an
Minderjährige, über den Ausbau der zahlreichen Projekte, die den
Präventionsmarkt überfluten und vielen weiteren konkreten Massnahmen.
Gemeinsam müssen wir nicht nur als
Politikerinnen und Politiker sondern als Teil der Gesellschaft nach Lösungen
suchen. Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass die Kinder und
Jugendlichen in einem gestärkten Umfeld aufwachsen.
In vielen politischen Fragen pflichte ich
dem Grundsatz der Eigenverantwortung zu, die nicht durch zu viele Eingriffe des
Staates eingeschränkt werden soll.
Im vorliegenden Fall sieht der Gesetzgeber
in zahlreichen Bereichen bereits einen Schutz der der Kinder und Jugendlichen vor, damit sie
sich zu verantwortungsbewussten Erwachsenen entwickeln können, welche
ihrerseits ihren Teil zum Gelingen der Gemeinschaft beitragen.
Durch die Möglichkeit einer
Ausgangsbeschränkung für Jugendliche werden diese nicht nur vor schädlichen
äusseren Einflüssen geschützt, sondern vielmehr auch vor sich selbst.
Für Fragen stehe ich Ihnen jederzeit unter
meiner Mobilnummer zur Verfügung.
Reto Kropf, Präsident JSVP der Stadt Bern, 076 577 27 14
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