>>zurück zu Pressemitteilungen

Petition gegen Minarett eingereicht


Autor: Espace.ch  (www.espace.ch)
Datum: 17.08.2006


Der Widerstand gegen ein Minarett auf dem bestehenden Gebetsraum der muslimischen Gemeinschaft in Langenthal ist gross: Das Komitee «Stopp Minarett» reichte eine Petition mit rund 3500 Unterschriften gegen das Vorhaben ein.

Der Langenthaler Stadtschreiber Daniel Steiner sagte auf Anfrage, 750 Leute aus Langenthal selbst und 2000 aus dem Oberaargau hätten die Bittschrift unterzeichnet. Der Rest der Unterzeichnenden stamme aus der übrigen Schweiz und sogar einige wenige aus dem Ausland.

Der Sekretär des Aktionskomitees, Werner Grylka, erklärte auf Anfrage, der Widerstand sei nicht gegen die Menschen gerichtet, die dieses äussere Merkmal anstrebten. «Wir sind gegen den Symbolgehalt des Minaretts als Zeichen für den Vormarsch des Islam», sagte Grylka.

Die islamische Gemeinschaft Xhamia, die das Minarett errichten möchte, betonte, ihre Mitglieder seien europäische Muslime und gewohnt, Toleranz zu üben. Sie hätten aber den Wunsch, aus Kellern und Hinterhöfen herauszutreten und eine gewisse öffentliche Präsenz zu zeigen. Dies möchten sie mit dem sechs Meter hohen Minarett (Moscheeturm) tun.

Neben dem aus Anwohnern und freikirchlichen Kreisen zusammengesetzten Komitee «Stopp Minarett» hat sich auch der Förderverein bürgerliche Politik SVP/JSVP zu Wort gemeldet. Er unterstützt die Petition und hat zudem eine eigene Unterschriftensammlung gestartet.

Der Förderverein begründet seinen Widerstand mit städtebaulichen und denkmalpflegerischen Erwägungen und will erreichen, dass die Bewilligung für religiöse Symbole nicht im normalen Baubewilligungsverfahren erteilt werden kann.

Das Verfahren um das Gesuch wird so oder so noch einige Zeit in Anspruch nehmen: Bei der Gemeinde liegen rund 80 Einsprachen vor, die zu behandeln sind. Der Gemeinderat wird sich mit der Petition befassen und innert nützlicher Frist dazu Stellung nehmen, wie Stadtschreiber Steiner sagte.

Denkbar sei, dass der Gemeinderat als politische Behörde das Vorhaben ablehne, dass aber die Baubewilligung durch die Baubehörde gemäss Rechtslage dennoch erteilt wird. Auch dann steht der Rechtsweg weiter offen.  sda


hinauf