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Personen aus der ganzen Deutschschweiz haben die Petition gegen das geplante
Minarett unterschrieben.
Laute Töne waren gestern Abend um 17 Uhr keine erlaubt im Langenthaler
Verwaltungsgebäude. Denn für den TV-Krimi «Tod in der Lochmatt» wurde gerade
eine wichtige Szene mit Männern in Polizeiuniform gedreht.
Bemüht um leise Töne waren auch die Vertreter
des Komitees «Stopp Minarett», welche im obersten Stockwerk die Petition gegen
das Minarett den Behörden übergaben. Die Petition mit ihren 3476 Unterschriften
richte sich nicht gegen die Menschen islamischen Glaubens, «wir wollen nichts
gegen diese Menschen unternehmen», betonte Stefan Zeller, Sprecher des
Komitees. Es gehe darum, «Aufklärungsarbeit» zu betreiben. Bei «uns Schweizern,
uns Christen» einerseits, «andererseits auch bei den Moslems selbst». Das
Komitee jedenfalls habe das Gespräch mit der islamistischen
Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Und dieses Gespräch gehe weiter.
Aus der ganzen Schweiz
Sichtlich stolz war Stefan Zeller auf die grosse Zahl der Unterschriften.
Vor 37 Tagen startete das Komitee mit dem Ziel, 1000 Unterschriften zu sammeln.
Nun sind es dreieinhalb mal so viele. Trotz Sommerferien.
Allerdings: Nur jede fünfte Unterschrift
(750) stammt aus dem direkt betroffenen Langenthal. 56 Prozent stammen aus dem
Oberaargau, der Rest aus der übrigen Deutschschweiz; drei kamen aus
Deutschland, vier aus Österreich.
«Merci Stefan», sagte Laura Baumgartner (SP), Stadtpräsidentin ad interim, und
nahm das schwere Pack entgegen. Das Minarett sei im Gemeinderat noch nicht
thematisiert worden, betonte sie. Die Petition hat rechtlich keine Bedeutung.
Auch Leute, die nicht stimmberechtigt sind, dürfen unterschreiben. Der
Gemeinderat ist lediglich verpflichtet, die Petition innerhalb von sechs
Monaten zu beantworten.
Suche nach Lösung
Bereits in zwei Wochen will sich das Petitionskomitee wieder an die
Öffentlichkeit richten. Gemeinsam mit der Stadt will es laut Stefan Zeller
«Lösungsansätze prüfen». Das Komitee stört sich daran, dass «religiöse
und baulich markante Symbole» im Rahmen einer «einfachen Baueingabe» bewilligt
werden können.
Eine zweite Petition
Im Komitee arbeiten neben Vertretern von Freikirchen auch
Quartieranwohner und SVP-Stadtrat Patrick Freudiger mit. Freudiger gab gestern bekannt, dass auch der
«Förderverein bürgerliche Politik SVP/ JSVP» das Anliegen unterstütze und
eigene Petitionsbögen in alle Haushalte in der Region Langenthal und Bern
versende. Erstunterzeichner sind SVP-Grossrat Thomas Fuchs, JSVP-Präsident Erich J.
Hess und Patrick Freudiger. Diese bemühen sich nicht um leise Töne. Ihre
Petition trägt den Titel: «Wehret den Anfängen! Stopp den Minarettbauten in der
Schweiz!»
Ruedi
Bärtschi