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3476 Unterschriften gegen Minarett


Autor: BernerZeitung  (www.espace.ch)
Datum: 17.08.2006


3476 Personen aus der ganzen Deutschschweiz haben die Petition gegen das geplante Minarett unterschrieben.

Laute Töne waren gestern Abend um 17 Uhr keine erlaubt im Langenthaler Verwaltungsgebäude. Denn für den TV-Krimi «Tod in der Lochmatt» wurde gerade eine wichtige Szene mit Männern in Polizeiuniform gedreht.

Bemüht um leise Töne waren auch die Vertreter des Komitees «Stopp Minarett», welche im obersten Stockwerk die Petition gegen das Minarett den Behörden übergaben. Die Petition mit ihren 3476 Unterschriften richte sich nicht gegen die Menschen islamischen Glaubens, «wir wollen nichts gegen diese Menschen unternehmen», betonte Stefan Zeller, Sprecher des Komitees. Es gehe darum, «Aufklärungsarbeit» zu betreiben. Bei «uns Schweizern, uns Christen» einerseits, «andererseits auch bei den Moslems selbst». Das Komitee jedenfalls habe das Gespräch mit der islamistischen Glaubensgemeinschaft aufgenommen. Und dieses Gespräch gehe weiter.

Aus der ganzen Schweiz
Sichtlich stolz war Stefan Zeller auf die grosse Zahl der Unterschriften. Vor 37 Tagen startete das Komitee mit dem Ziel, 1000 Unterschriften zu sammeln. Nun sind es dreieinhalb mal so viele. Trotz Sommerferien.

Allerdings: Nur jede fünfte Unterschrift (750) stammt aus dem direkt betroffenen Langenthal. 56 Prozent stammen aus dem Oberaargau, der Rest aus der übrigen Deutschschweiz; drei kamen aus Deutschland, vier aus Österreich.
«Merci Stefan», sagte Laura Baumgartner (SP), Stadtpräsidentin ad interim, und nahm das schwere Pack entgegen. Das Minarett sei im Gemeinderat noch nicht thematisiert worden, betonte sie. Die Petition hat rechtlich keine Bedeutung. Auch Leute, die nicht stimmberechtigt sind, dürfen unterschreiben. Der Gemeinderat ist lediglich verpflichtet, die Petition innerhalb von sechs Monaten zu beantworten.

Suche nach Lösung
Bereits in zwei Wochen will sich das Petitionskomitee wieder an die Öffentlichkeit richten. Gemeinsam mit der Stadt will es laut Stefan Zeller «Lösungsansätze prüfen».
Das Komitee stört sich daran, dass «religiöse und baulich markante Symbole» im Rahmen einer «einfachen Baueingabe» bewilligt werden können.

Eine zweite Petition
Im Komitee arbeiten neben Vertretern von Freikirchen auch Quartieranwohner und SVP-Stadtrat
Patrick Freudiger mit. Freudiger gab gestern bekannt, dass auch der «Förderverein bürgerliche Politik SVP/ JSVP» das Anliegen unterstütze und eigene Petitionsbögen in alle Haushalte in der Region Langenthal und Bern versende. Erstunterzeichner sind SVP-Grossrat Thomas Fuchs, JSVP-Präsident Erich J. Hess und Patrick Freudiger. Diese bemühen sich nicht um leise Töne. Ihre Petition trägt den Titel: «Wehret den Anfängen! Stopp den Minarettbauten in der Schweiz!»

Ruedi Bärtschi


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